BLEIB KLAR! eine Kampagne der Verkehrssicherheits- aktion GIB ACHT IM VERKEHR. 
Alkohol ist kein “Lösungsmittel” Klarer Kopf oder Blackout? Die Entscheidung trifft jeder selbst. Alkohol ist in Getränken wie Bier, Wein, Sekt, Likör oder Schnaps enthalten. Getränke mit hohem Alkoholgehalt wie Wodka, Schnaps, Cognac oder Whiskey werden als „branntweinhaltige“ Getränke bezeichnet. Der Konsum von Alkohol als Genussmittel ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet: Feste, Feiern, Sportveranstaltungen, Freizeit – für vieles und viele gehört Alkohol dazu. Aber: Alkohol ist der bei Kindern und Jugendlichen am weitesten verbreitete Suchtstoff! Was ist Alkohol? Alkohol ist ein Zellgift, das den Menschen körperlich und psychisch massiv schädigen kann. Um derartige Schädigungen zu vermeiden, bedarf es eines bewussten, kontrollierten und kritischen Umgangs mit Alkohol. Kontrollierten Umgang mit Alkohol haben aber sicherlich nicht etwa Jugendliche, die nach einem Vollrausch im Krankenhaus auf der Intensivstation aufwachen, dabei eine Windel tragen und an Schläuchen für Infusionen hängen? Vermeintlich „cooler“ extensiver Alkoholgenuss mit „uncoolem“ Ergebnis! Wirkung von Alkohol Die Wirkung von Alkohol ist nicht immer und bei allen Menschen gleich. Wie Alkohol auf den Konsumenten wirkt, hängt von vielen Faktoren ab: Art des alkoholischen Getränks getrunkene Menge momentaner körperlicher und seelischer Zustand Körpergewicht und Gesundheitszustand Geschlecht (bei Frauen wirkt Alkohol schneller, ihr Wasserhaushalt ist geringer) man ist an Alkohol gewöhnt Kinder und Jugendliche sind durch Alkoholkonsum besonders gefährdet, denn ihre Leber ist noch nicht ausgereift und baut weniger Alkohol ab, als die Leber von Erwachsenen. Beim Konsum alkoholischer Getränke gelangt der Alkohol über die Schleimhäute in Mund und Magen und mit dem größten Anteil über den Dünndarm ins Blut (ca. 60 – 70 %). Über das Blutgefäßsystem gelangt der Alkohol in das Gehirn und wirkt sich hier auf die Informa- tionsübertragung der Nervenzellen aus: zuerst anregend, danach aber verlangsamend. Rausch ist nicht gleich Rausch „Alkoholwerte“ werden in Promille = ‰ angegeben (Blutalkoholkonzentration) Die Blutalkoholkonzentration (BAK) ist ein Maß für die Menge von Alkohol im Blut. Die BAK wird in Gewichtsanteilen mit Gramm pro Kilogramm (g/kg) in Promille °/oo angegeben und dient als Grundlage für die Einschränkungen der Konzentrations- und Zurechnungsfähigkeit durch Alkohol. Genaue Ergebnisse zur BAK ergibt eine Blutprobe, die z.B. von der Polizei beim Verdacht auf alkoholisierte Verkehrsteilnahme angeordnet wird – die Blutprobe selbst wird durch einen Arzt durchgeführt. ab ca. 0,2 ‰ | angeheitert Gefühl von Entspannung, Gelöstheit ab ca. 0,5 ‰ | Leichter Rausch Konzentration, Reaktions- und Sehvermögen lassen nach, Risikobereitschaft steigt, Menschen werden reizbar und aggressiv, verlieren Hemmungen, andere werden müde oder depressiv ab ca. 1,5 ‰ | Mittlerer Rausch man fühlt sich betrunken, Bewegungen werden unkoordiniert, es kommt zu Gleichgewichts-, Sprach – und Hörstörungen und zu Ausfällen des Erinnerungsvermögens über 2,5 ‰ | Schwerer Rausch Orientierung und Gedächtnis sind schwer gestört, Betäubungszustand tritt ein, Erbrechen ist möglich über 3,5 ‰ | Volltrunkenheit schwere Alkoholvergiftung! Bewusstlosigkeit, Koma und Tod durch Atemlähmung sind möglich Es geht nicht darum, Promillewerte zu kennen, sondern wichtig ist, die Wirkung von getrunkenem Alkohol in seinem Denken, Fühlen und Handeln erkennen und einschätzen zu können. Abbau von Alkohol Der Abbau von getrunkenem Alkohol erfolgt in geringer Menge über die Atemluft, die Nieren, über Schweiß und Urin. Der größte Teil des im Körper befindlichen Alkohols wird über den Stoffwechsel in der Leber abgebaut. Auch der Abbauprozess wird von verschiedenen Faktoren wie Geschlecht, Alter, Körpergewicht, Gesundheitszustand oder Wassergehalt im Körpergewebe beeinflusst. Pro Stunde werden bei einem Erwachsenen im Mittelwert 0,1 Promille Alkohol abgebaut. Wenn z. B. ein Jugendlicher nach einer Feier oder einem Trinkgelage um 24 Uhr mit 1,3 Promille ins Bett geht und am nächsten Morgen um 8 Uhr in der Schule eine Mathe-Arbeit schreiben soll, hat er noch ca. 0,5 Promille Restalkohol im Körper. Das ist eine überschlägige Berechnung – grundsätzlich gilt: Prozentrechnen mit Promille – das kann nicht gut gehen! Alkoholkonsum – FRÜHER und HEUTE FRÜHER Es wurde hauptsächlich Bier getrunken Mädchen haben weniger konsumiert Rauschexzesse waren selten HEUTE Konsum von Mischgetränken aus Bier oder Softdrinks mit Spirituosen Frühes Einstiegsalter beim Alkoholkonsum (schon 12-Jährige greifen zu) „Komasaufen“ und „binge drinking“ wird als „Sport“ angesehen                                                                                  Bild: www.staygold.eu Ist das wirklich „cool“, eine Übernachtung auf der Intensivstation für 1.300 €?  Alkoholmissbrauch Alkoholmissbrauch ist ein Konsummuster von Alkohol, das zu einer körperlichen oder seelischen Gesundheitsschädigung führt. Von Alkoholmissbrauch geht man aus, wenn die Trinkmenge von Reinalkohol eine Tagesdosis von 40 Gramm bei Frauen und 60 Gramm bei Männern übersteigt. Alkohol und Jugendschutz In Gaststätten, Kiosken und Ladengeschäften sieht man oft Tafeln oder Plakate mit dem Aushang des Jugendschutzgesetzes. Nach diesem Gesetz verboten sind zum Beispiel Abgabe und Verzehr von Branntwein, branntweinhaltigen Getränken oder Lebensmitteln an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren Abgabe und Verzehr anderer alkoholischer Getränke wie Wein oder Bier an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren Verboten sind auch Abgabe und Konsum von Tabakwaren durch Jugendliche unter 18 Jahren. Probleme mit/durch Alkohol Alkoholkonsum und Alkoholexzesse („Komasaufen“) führen bei Jugendlichen nicht selten zu Aggressivität, Pöbeleien, Provokationen, Schlägereien und Sachbeschädigungen. Alkoholkonsum erhöht bei Mädchen und jungen Frauen das Risiko, Opfer einer Sexualstraftat zu werden. Alkohol- und Drogenkonsum erhöhen das Unfallrisiko im Straßenverkehr und beeinträchtigen die Verkehrssicherheit. Alkohol im Straßenverkehr WER MIT ALKOHOL FÄHRT, BRINGT SICH UND ANDERE IN GEFAHR … … und riskiert seinen Führerschein Der Versicherungsschutz ist gefährdet - für Personen- und Sachschäden haftet man dann selbst oder kann von seiner Versicherung in Regress genommen werden. Neben strafrechtlichen Folgen drohen auch zivilrechtliche Ansprüche auf Schadensersatz und Schmerzensgeld in Höhe von vielen Tausend Euro. Alkohol und Drogen - auch bestimmter Medikamente - beeinträchtigen die Fahrtüchtigkeit! Das fahrerische Können wird durch Alkohol und Drogen leichtfertig überschätzt und ergibt zusammen mit Geschwindigkeit eine gefährliche Mischung, denn Geschwindigkeit ist die Unfallursache Nr. 1. Jeder Kilometer zu schnell kann über Leben und Tod entscheiden. Wer sich alkoholisiert und/oder unter Drogeneinfluss ans Steuer setzt, begeht deshalb kein Kavaliersdelikt, sondern gefährdet andere und sich selbst. Verkehrsunfälle mit teilweise schweren Folgen ereignen sich häufig durch eine Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit des Verursachers in Zusammen- hang mit Alkohol- oder Drogenkonsum. Gerade jüngeren Verkehrsteilnehmern fehlt oft das Unrechtsbewusstsein, wenn sie etwa nach der Schule, am Wochenende oder auch unter der Woche eine „Tüte“ rauchen, eine Pille schlucken oder Alkohol konsu- mieren und danach aktiv am Verkehr teilnehmen. Ungeachtet der Suchtgefahren und der strafrechtlichen Relevanz beim Konsum illegaler Drogen sind die Auswirkungen und Folgen von Alkohol- oder Drogenkonsum bei anschließender Verkehrsteilnahme nicht kalkulierbar. Bei Verkehrskontrollen oder Beteiligung an einem Verkehrsunfall muss mit entsprechenden Fragen und Maßnahmen gerechnet werden. Dies kann bis zur vorläufigen Entziehung der Fahrerlaubnis führen. Alkoholgrenzwerte im Straßenverkehr 0,0 ‰ Absolutes Alkoholverbot für Fahranfänger in der Probezeit oder vor Vollendung des 21. Lebensjahres 0,3 ‰ Relative Fahruntüchtigkeit (Anzeichen von Fahrunsicherheit wie etwa „Schlangenlinien fahren“ oder ein Verkehrsunfall mit diesem BAK- Wert) 0,5 ‰ Fahruntüchtigkeit (auch ohne zusätzlich Beweisanzeichen – dann Ordnungswidrigkeit) 1,1 ‰ Absolute Fahruntüchtigkeit (durch Rechtsprechung festgelegter Wert – früher 1,3 ‰ – Fahruntüchtigkeit wird bei diesem Wert zwei-felsfrei angenommen – Verkehrsvergehen – eine medizinisch- psychologische Untersuchung / MPU kann angeordnet werden zur Wiedererteilung der Fahrerlaubnis.) 1,6 ‰ Absolute Fahruntüchtigkeit für Radfahrer Geklärt wer fährt? Bei Alkohol und Drogen am Steuer gelten keine Ausreden. Um stets sicher nach Hause zu kommen, gibt es ein bewährtes Rezept: „Wer fährt, trinkt nicht. Wer trinkt, fährt nicht.“ Möglichst schon bevor man zu einer Party geht, sollte im Freundeskreis geklärt werden, wer zurück fährt bzw. einen abholt oder wie man sonst nach Hause kommt. Am besten man steigt nicht ins Auto ein, wenn sich der Fahrer nicht an die Null-Promille-Regel hält.         Klare Absprachen vor möglichem Alkoholgenuss - das Motto muss lauten: